Ich bin schwärzer als ihr

In gewisser Weise, auch wenn man es mir nicht explizit sofort ansieht, gehöre ich zur sogenannten „schwarzen Szene“ – was aber eigentlich schon wieder zu weit geht. Ich halte mich eher für einen Sympathisanten, und das zu Recht, denn die Ideale, die ursprünglich in dieser Subkultur gepflegt werden und wurden sind Toleranz und das Bekenntnis zu einem ehrlichen, friedvollen, harmonischen und ehrvollen Dasein mit dem nötigen Respekt vor allem und jedem. Nicht zu vergessen ist die dabei entstandene Musik absolut hörenswert!

Aber zurück zum eigentlichen Thema. Neulich war ich auf einer passenden Musikveranstaltung, und ich muss leider sagen, dass sich im Laufe der Jahre das Bild schon stark gewandelt hat. Die „Vermainstreamung“ (ja, schlagt mich für das Wort) der Kultur durch die Äste „Emo“ und „Scene“ sowie die Kommerzialisierung durch richtige Ketten wie Hot Topic, XtraX usw. haben das Publikum mit verändert. Versteht mich nicht falsch, frisches Blut ist vor allem bei den Vampiren unter uns immer willkommen ;) aber was genau geschah, ist nicht so angenehm.

Was transportiert wurde, war der Stil, die Klamotten, das Äußerliche. Dazu kam dann noch eine Prise Loveparade für die neue Trendrichtung „Cyber Gothic“, was wie eine Kreuzung aus Techno und Gruft wirkt, und schwupp kommen immer mehr Leute auf den Trichter, Shirts anzuziehen mit Aufdrucken wie „My Style Is Dark Style“.

Kapiert haben diese Menschen aber leider nichts. Es gehört viel mehr dazu, als nur sich dunkel anzuziehen, aber das scheinen die wenigsten zu verstehen. Geht mal in euch und überlegt, ob ihr wirklich zum Feiern diese Klamotten anzieht, oder weil ihr euch damit identifiziert und euch auch wirklich Gedanken darüber gemacht habt.

Das Publikum war leider durchwachsen auf diesem Event. Es waren etliche noch von der alten Schule dabei, aber auch leider sehr viele „Kinder“, die einfach nur die Klamotten cool finden. Ein wenig traurig ist das schon.

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